Zweiter Wettkampftag in der Nordic Arena mit 26 km Skating:
Compagnoni taktisch klug: wartet, attackiert und siegt – Amhof Dritter und Kombinationssieger. Oona Kettunen allein an der Spitze: Sieg im Rennen und klare Dominanz in der Kombination
Eiskalter Blick und Muskeln aus Stahl. Die Finnin Oona Kettunen (Team Futura) ist die Siegerin des Volkslaufs Toblach–Cortina in der freien Technik. Mit dem zweiten Platz vom Vortag im klassischen Stil sicherte sie sich zudem souverän den Sieg in der Kombinationswertung. Bei den Männern setzte sich heute Luca Compagnoni (Team Internorm) durch, ein Rennen, das Mitte der zweiten Runde entschieden wurde.
Grauer, beinahe bedrohlicher Himmel, dieselben Loipen wie am Vortag, diesmal jedoch für die freie Technik präpariert: Über 500 Athletinnen und Athleten gingen auf die 26 Kilometer lange Strecke, die teilweise durch das Langlaufstadion der Nordic Arena Toblach führte und über eine Zusatzschleife bis hinauf zum Kriegsfriedhof reichte. Im Finale setzte Compagnoni einen entschlossenen Angriff, löste sich von der Konkurrenz und lief einem verdienten Sieg entgegen, geschickt abgeschirmt von seinem Teamkollegen Davide Battagini. Es war bereits sein zweites Podium innerhalb einer Woche nach Rang zwei bei dem 3 Zinnen Ski Marathon am vergangenen Sonntag. Allein erreichte er die Zielgerade und feierte mit der Siegerkrone um den Hals einen Vorsprung von 12 Sekunden auf den jungen Battagini (Jahrgang 2005), der sich bei seinen ersten Volkslauf-Erfahrungen eindrucksvoll präsentierte. Rang drei belegte der Südtiroler Manuel Amhof (+14 Sekunden), der vor allem die Kombinationswertung im Blick hatte. Eine Rechnung, die aufging: Amhof gewann diese mit deutlichem Vorsprung vor Ivo Nöckler. Hinter dem Podium entwickelte sich ein spannender Sprint um Rang vier, den Julian Brunner für sich entschied – vor Pider, dem Deutschen Debertin und dem Spanier Betriu.
Im Frauenrennen stellte Oona Kettunen früh die Weichen auf Sieg. Bereits nach der ersten Runde hatte sie einen Vorsprung von rund einer Minute herausgearbeitet, den sie trotz des etwas langsamen Schnees weiter ausbaute. Dahinter versuchte Julia Kuen, die erst in der Nacht vom Dolomitenlauf (den sie gewonnen hatte) angereist war, den Rückstand zu verkürzen. Doch die Ski spielten nicht optimal mit, sodass sie sich darauf konzentrierte, ihren zweiten Platz souverän abzusichern, ungefährdet vor der Französin Océane Bepoix. Die drei Athletinnen erreichten das Ziel mit deutlichen Abständen. Kettunen bestätigte dabei eindrucksvoll ihre Überlegenheit nach der Anstrengung des Vortages: eine herausragende Leistung, unterstrichen durch lediglich fünf Minuten Rückstand auf den schnellsten Mann des Tages.
Das Rennen zählte zugleich als italienische Amateur-Meisterschaft, mit Siegen für Compagnoni und Kuen. Bei den italienischen Master-Meisterschaften gingen die Titel in den verschiedenen Kategorien an: Julian Brunner (M1), Marco Mosconi (M2), Francesco Benetti (M3), Francesco Mich (M4) und Friedrich Nöckler. Bei den Frauen siegten: Marta Fabris (F1), Camelia Csernescki (F2), Paola Leonardi (F3) und Carla Vitella (F4).
Zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung zeigte sich Herbert Santer, Präsident des Organisationskomitees, sehr zufrieden: mit den Teilnehmerzahlen, dem gelungenen, wenn auch wetterbedingt notwendigen, Kompromiss bei der Streckenführung sowie mit den internationalen Podestplätzen an beiden Wettkampftagen. Kaum ist der Vorhang über die Ausgabe 2026 gefallen, richtet sich der Blick bereits nach vorne: Der 50. Volkslauf soll wieder mit dem Ziel unter dem Glockenturm von Cortina enden, Präsidentenwort. Vizepräsident Igor Gǒmbac, Koordinator der Cortina-Gruppe, quittierte dies mit einem vielsagenden Augenzwinkern.